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Fristlose Kündigung: Vom Chef ungerecht behandelt?

Ihr Chef hat Sie fristlos gekündigt? Lesen Sie, was Sie jetzt unternehmen können, um sich zu gegen diese Ungerechtigkeit zu wehren!

Anwalt Autor: Redaktion Deutsche Anwaltshotline AG
09.06.2017 / News
Fristlose Kündigung: Ungerechtigkeit vom Chef?
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Darf Ihr Chef Sie überhaupt fristlos kündigen?

Eine fristlose oder außerordentliche Kündigung ist ein Spezialfall der Kündigung, der an ganz bestimmte Voraussetzungen gebunden ist, damit er wirksam ist. Prinzipiell gilt zwar, dass eine solche Kündigung möglich ist, jedoch scheitern Arbeitgeber damit regelmäßig. Wenn Ihr Chef Sie also einfach nicht leiden kann oder Sie auf dem Kieker hat und loswerden will, hat er schlechte Karten. Wichtig ist, dass Sie jetzt nicht unüberlegt handeln und sich zunächst gründlich über Ihre Möglichkeiten informieren.

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Voraussetzungen und Formerfordernisse einer fristlosen Kündigung

Wenn Ihr Chef Sie außerordentlich kündigen will, so ist es in erster Linie erforderlich, dass ein Kündigungsgrund vorliegt, der so erheblich ist, dass das Abwarten einer ordentlichen Kündigungsfrist nicht zumutbar ist. Oftmals ist auch eine vorherige Abmahnung vor einer fristlosen Kündigung notwendig. Ein solcher wichtiger Grund kann beispielsweise in strafbarem Verhalten liegen. Haben Sie sich nichts zu Schulden kommen lassen und fühlen sich einfach nur ungerecht behandelt, so haben Sie gute Aussichten auf Erfolg, wenn Sie sich gegen die Kündigung wehren.

Doch auch formale Kriterien wie bei einer normalen, fristgerechten Kündigung gilt es zu beachten. Wie die fristgerechte, so muss auch die fristlose Kündigung schriftlich erfolgen. Allerdings sind noch weitere Formalitäten zu beachten: Die Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis des wichtigen Grundes erfolgen. Auf Ihr Verlangen muss Ihnen Ihr Arbeitgeber außerdem den Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitteilen. Die fristlose Kündigung wird mit ihrem Zugang wirksam. Wirft Sie Ihr Chef einfach mündlich nach einem Streit raus, so hat dies keine Wirksamkeit.

Arbeiten Sie in einem größeren Unternehmen, in dem es einen Betriebsrat gibt, so muss Ihr Chef diesen vor der Kündigung informieren. Versäumt er dies, so ist die Kündigung prinzipiell unwirksam.

Vorsicht: Fristen nicht verstreichen lassen!

In der Rechtsprechung sind zwischenzeitlich eine Vielzahl von Fällen behandelt worden, in denen eine außerordentliche Kündigung gerechtfertigt war. Darunter fielen zum Beispiel Arbeitsverweigerung, Beleidigung, Bestechung, Vollmachtsmissbrauch oder eine Druckkündigung. Dennoch müssen immer die jeweiligen konkreten Umstände des Einzelfalles geprüft werden. Es gibt keine absolut feststehenden Gründe für eine fristlose Kündigung. Wichtig für Sie als Arbeitnehmer ist in diesem Fall die Beachtung der Klagefrist von drei Wochen ab Zugang der schriftlichen Kündigung für die Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht.

Da eine fristlose Kündigung schwerwiegende Nachteile bedeuten kann, ist es wichtig, dass Sie sich professionelle Hilfe holen. In vielen Fällen hoffen Arbeitgeber darauf, dass die Gekündigten sich nicht trauen, sich gegen die Kündigung zu wehren, weil dies etwa mit einer Klage zusammenhängt. Doch scheuen Sie sich nicht: Auch ohne mit dem Arbeitgeber vor Gericht zu landen, können Sie sich gegen eine außerordentliche Kündigung wehren. Wichtig ist dennoch, dass Sie Kündigungsschutzklage erheben, da bei fehlendem Widerspruch gegen die Kündigung diese nach Verstreichen der Klagefrist wirksam wird.

Die sieben größten Fehler nach einer Kündigung: Machen Sie es besser!

1. Fehler: Sofort eine Reaktion zeigen
Machen Sie es besser: Nehmen Sie sich Zeit zum Reflektieren, bevor Sie etwas Unüberlegtes sagen.

2. Fehler: Den Frust raus lassen
Machen Sie es besser: Eine Schimpftirade stellt Sie in kein gutes Licht und bestätigt den Chef in seiner Entscheidung, bleiben Sie äußerlich ruhig.

3. Fehler: Mit dem Chef diskutieren
Machen Sie es besser: Die Entscheidung ist bereits gefallen, sparen Sie sich Ihre Energie für kommende Aufgaben.

4. Fehler: Überteuerten Anwalt für eine Abfindung beauftragen
Machen Sie es besser: Die Anwaltsgebühren kosten Sie ein großes Stück vom Abfindungskuchen. Mit dem Schlichtungsverfahren der Blitzabfindung kommen Sie wesentlich günstiger davon. Erfahren Sie hier, warum.

5. Fehler: Interna preisgeben
Machen Sie es besser: Das kann im schlimmsten Fall rechtliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Betriebsgeheimnisse müssen geheim bleiben.

6. Fehler: Über den Chef oder die Arbeit lästern
Machen Sie es besser: Damit wischen Sie nicht Ihrem Chef eins aus, sondern sich selbst – hört dies ein neuer oder potenzieller Arbeitgeber, stellt Sie das in kein gutes Licht.

7. Fehler: Es beim Abschied darauf anlegen
Machen Sie es besser: Wütende Abschiedsmails können Ihnen im späteren Berufsleben auf die Füße fallen – vielleicht arbeiten Sie mit ehemaligen Gefährten einmal erneut zusammen. Gleiches gilt für ein mögliches (beabsichtigtes) Chaos, das sie hinterlassen.

So ungerecht Sie Ihr Chef auch behandelt hat: Stellen Sie sich nicht auf eine Stufe und keilen Sie zurück. Agieren Sie stets bedacht und äußern Sie sich anderen gegenüber (noch) nicht negativ über Ihren Chef. Sicher darf man bei Freunden einmal Dampf ablassen oder sich ausweinen, wenn man sich zu Unrecht rausgeworfen fühlt. Nach außen hin sollten Sie jedoch weiterhin Professionalität ausstrahlen. Auch empfiehlt es sich bei etwaigen späteren Bewerbungsgesprächen nicht negativ über den alten Arbeitgeber zu reden oder gar über den Chef zu lästern. Auch wohl allseits bekannte Floskeln sollten Sie unbedingt vermeiden:

Diese Liste lässt sich wohl unendlich fortführen, aber wahrscheinlich wissen Sie, welche Ausführungen Sie sich jetzt verkneifen sollten.

Praxistipp: Kein Interesse mehr am Job beim alten Chef? Dann folgen Sie diesen Tipps und agieren Sie rechtssicher!

Liegt Ihnen die fristlose Kündigung tatsächlich schriftlich vor, prüfen Sie zunächst, ob der allgemeine oder ein besonderer Kündigungsschutz (zum Beispiel bei Schwerbehinderung, Mutterschutz, Elternzeit) infrage kommt. Hat der Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter und besteht das Arbeitsverhältnis seit mehr als sechs Monaten, greift grundsätzlich das Kündigungsschutzgesetz. Unterschreiben Sie auf die Schnelle keine Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber – wenn gewünscht, quittieren Sie lediglich den Empfang der Kündigung.

Diese Prüfung ist immer durch ein Arbeitsgericht vorzunehmen. Das bedeutet, dass Sie innerhalb von drei Wochen ab Erhalt der schriftlichen Kündigung eine Kündigungsschutzklage einreichen müssen. Diese Frist ist zwingend zu beachten. Keine Angst vor einer Klage: Sie landen nicht automatisch vor Gericht. Viele Arbeitnehmer, die nach der fristlosen Kündigung gar nicht mehr bei Ihrem Arbeitgeber bleiben wollen, weil sie die Ungerechtigkeit des Chefs einfach stört, reichen trotzdem Klage ein. Gerade wenn die außerordentliche Kündigung auf wackeligen Füßen steht – das weiß der Arbeitgeber selbst – bestehen beste Chancen auf eine Abfindungszahlung. Auch hierfür muss jedoch zwingend der Kündigung in Form einer Kündigungsschutzklage widersprochen werden.

Diese Schritte bringen Sie zum Ziel: Abfindung vom Chef bekommen

Zu den häufigsten Rechtsirrtümern gehört ganz sicher die Vorstellung, dass bei einer Kündigung stets eine Abfindung zu zahlen sei. Die Abfindung ist jedoch oftmals für beide Seiten die bessere Lösung. Sie als Arbeitnehmer werden nochmals finanziell für den Verlust Ihres Arbeitsplatzes entschädigt und sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber ersparen sich einen kostenintensiven und risikoreichen Rechtsstreit. Die Kosten für eine Verhandlung im Arbeitsgericht werden nämlich hälftig aufgeteilt.

So hoch kann Ihre Abfindung ausfallen!

Eine feste gesetzliche Regelung gibt es nicht. Je nachdem, wie lange das Arbeitsverhältnis bestand und ob die Kündigung vielleicht auf nur vagen Argumenten beruht, kann die Abfindungszahlung höher oder niedriger ausfallen. Als Faustregel gilt: Pro Jahr, in denen das Arbeitsverhältnis bestand, erhalten Sie ein halbes Bruttomonatsgehalt. Als Referenzgehalt gilt in der Regel der Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate. Hat Ihr Chef jedoch Bedenken, ob die fristlose Kündigung vor dem Arbeitsgericht wirklich auch Bestand hat, so kann die Abfindung deutlich höher ausfallen.

Beispiel: Ihr Chef kann Sie nicht besonders gut leiden und wirft Sie, nachdem Sie bereits zwölf Jahre im Unternehmen sind, fristlos raus. Rechtlich wäre diese Kündigung wohl nicht haltbar, allerdings haben Sie keine Lust weiter für diesen Chef zu arbeiten. Sie reichen binnen drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht ein und beauftragen gleichzeitig eine Blitzabfindung, also eine Schlichtung. Der Schlichter wird beide Parteien anhören und einen Vorschlag zur Höhe der Abfindung machen. Haben Sie in den letzten drei Monaten einen durchschnittlichen Bruttoverdienst von 2.200 Euro erhalten, ergebe dies nach obiger Formel eine Abfindungssumme in Höhe von 13.200 Euro. Da Ihr Chef – ebenso wie der Schlichter - jedoch weiß, dass die Kündigung rechtlich betrachtet wahrscheinlich nicht haltbar ist, ist er möglicherweise auch bereit, mehr zu bezahlen. Hier kommt es wie bei einer fristlosen Kündigung selbst stets auf die konkreten Umstände des Einzelfalls an.

Schlichtung statt Prozess: Das sind Ihre Vorteile bei einer Blitzabfindung

Viele gekündigte Arbeitnehmer fragen sich, ob es sich denn lohnt, die Mühen auf sich zu nehmen, gegen die Ungerechtigkeit des Arbeitgebers vorzugehen. Es lohnt sich – und streben Sie eine Abfindung im Rahmen einer Schlichtung an, ist dies auch keine große Mühe. Für Sie ergeben sich daraus nur Vorteile: Mehr Geld mit verringertem Risiko:

Kostenfalle Abfindung: So hoch sind die Anwaltskosten zur Durchsetzung einer Abfindung

Als Faustregel gilt: je höher das Bruttogehalt, um so höher die Anwaltskosten. Die Anwaltskosten sind gesetzlich im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgelegt, an die sich alle in Deutschland zugelassenen Anwälte halten müssen.

Hier ein Beispiel: Bei einem Bruttomonatsgehalt von 2.000 € enstehen bei einem außergerichtlichen Vergleich bereits Anwaltskosten von gut 1.203 €. Wenn die Sache vor Gericht geht, enstehen weitere Anwaltskosten von rund 590 €. Eine schnelle und kostengünstige Alternative bietet unser Schlichtungsverfahren "Blitzabfindung", das nicht an die Rechtsanwaltsgebühren nach RVG gebunden ist, sondern der Kostenordnung der Schlichtungsstelle unterliegt. Dadurch ist eine Blitzabfindung bereits ab 149 € möglich und ist deutlich kostensparender als die Abrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Hier erfahren Sie mehr über das kostengünstige Schlichtungsverfahren der Blitzabfindung.

Große Zeitersparnis

Ein Prozess vor dem Arbeitsgericht kann sich lange hinziehen. Es kann eine Weile dauern, bis der Verhandlungstermin anberaumt wird, im Anschluss kann es mehrere Verhandlungstage geben.

Kein Kostenrisiko, kein Prozessrisiko

Der Gang zum Anwalt kostet immer: Selbst wenn Ihnen Ihr Rechtsanwalt nur sagt, dass da „nichts zu machen“ sei, wird das Beratungshonorar fällig. Landet der Fall vor dem Arbeitsgericht, steigt dementsprechend das Honorar und die Prozesskosten müssen zusätzlich mitgetragen werden.

Bei der Blitzabfindung hingegen haben Sie keinerlei Kostenrisiko: Scheitert die Schlichtung, zahlen Sie gar nichts. Ebenso riskieren Sie Sie auch keinen Prozess vor dem Arbeitsgericht.

Gerechtigkeit und finanzielle Überbrückung

Wenn die Ungerechtigkeit vom Chef eben nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich ist, dann sollten Sie gerechterweise auch mit einer Abfindung entschädigt werden, oder? Auch das Gefühl von Gerechtigkeit kann Ihnen „Erleichterung“ verschaffen. Ebenso können Sie finanziell kurzfristige Überbrückungen leisten, wenn es nicht nahtlos mit einem neuen Job weitergeht.

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